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Sonntag, 5. September 2010- 01:53

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

 

 

Hier erhalten Sie unsere Antworten auf oft gestellte Fragen. Bitte nutzen Sie die Möglichkeit des direkten Konatktes mit uns, denn Ihre Fragen und unsere Antworten sind sicher auch für andere Leser/innen von großem Interesse.

Welche Wirkungsweisen besitzt die Aromapflege?

 

Die Aromapflege dient prophylaktischen und pflegerischen Maßnahmen.

 

Sie bietet zum Beispiel Möglichkeiten zur:

  • Förderung der physischen und psychischen Gesundheit
  • Unterstützung der Körperhygiene
  • Erhaltung bzw. Verbesserung eines gesunden Hautbildes
  • Verbesserung der Atmung
  • Erleichterung von Bewegungsabläufen (z. B. bei Verspannungen, Zerrungen, ...)
  • Unterstützung der Verdauung und Ausscheidung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Unterstützung des Herz-Kreislaufsystems
  • Verbesserung von Ruhen und Schlafen
  • Förderung von Entspannung und Wohlbefinden
  • Förderung der eigenen Wahrnehmung
  • Verbesserung der Lebensqualität, besonders von schwer- und chronisch kranken Menschen
  • Schaffung einer angenehmen Raumatmosphäre

Generell gilt für die Anwendungen in der Aromapflege ein kontinuierlicher Einsatz. Die Anzahl der unterschiedlichen aromapflegerischen Anwendungen ist nach Priorität der vorhandenen Pflegeprobleme des Patienten einzustufen und anzuwenden (im Sinne des Pflegeprozesses).

Welche Fort- und Weiterbildungen werden für die Arbeit mit 100% naturreinen ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen, Hydrolaten sowie den daraus hergestellten Pflegeprodukten empfohlen?

 

 

Wir empfehlen mindestens ein zweitägiges Basisseminar (Einführungsseminar), das folgende Themen vermitteln sollte (Detailinformationen im "Aromapflege Handbuch" von Bärbl Buchmayr, Evelyn Deutsch und Marlene Fink; 2007):

 

  • Grundlagen der Aromapflege
  • Gewinnungsmethoden
  • Qualitätskriterien
  • Lagerung und Haltbarkeit von ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Hydrolaten
  • praktische Anwendungen wie Waschungen, Bäder, Hautpflege, Wickel und Kompressen, Raumbeduftung
  • Besprechung der wichtigsten ätherischen Öle und fetten Pflanzenöle
  • Streifzug in die Biochemie der ätherischen Öle
  • Physiologie des Geruchssinnes und der Haut
  • Empfehlungen für die Umsetzung in der Gesundheits- und Krankenpflege
  • gesetzliche Aspekte

 

Aufbauseminare (Fortsetzungsseminare) und Fortbildungen beinhalten weiters

 

  • ausführliche Kenntnisse zur Biochemie der Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen und fetten Pflanzenölen
  • Botanik der ätherischen und fetten Ölpflanzen (Heilpflanzen)
  • weiterführende Beschreibung ätherischer Öle für die Gesundheits- und Krankenpflege
  • praktische Übungen mit Anwendungen von ätherischen Ölen und fetten Pflanzenölen in Form von Einreibungen, Wickel und Kompressen, Duftübungen und vieles mehr
  • Erfahrungswerte

 

Die Weiterbildung "Aromapflege" ist nach dem § 64 GuKG geregelt und umfasst mindestens 180 Stunden Zeitumfang, umfassendes Wissen in der Aromapflege in Theorie und Praxis und endet mit einer Abschlussprüfung. Die Absolventen sind nach einer erfolgreichen Prüfung berechtigt, nach dem § 64 GuKG die Zusatzbezeichnung "Aromapflege" zu führen.

 

Die praktische Umsetzung der Aromapflege beim Patienten darf trotz absolvierter Seminare erst nach Genehmigung der Krankenanstaltenleitung (Pflegedienstleitung, ärztliche Leitung, Verwaltung) durchgeführt werden. Darüber hinaus sind die persönliche, gesunde Selbsteinschätzung der AnwenderInnen, das Wissen über die Methode und das Verantwortungsbewusstsein dem Patienten gegenüber unerlässliche Voraussetzungen.

Welche Faktoren sind für die Qualität der ätherischen Öle von besonderer Bedeutung?

 

 

Die Qualität der ätherischen Öle ergibt sich aus der Beachtung folgender Parameter:

 

  • reinrassige Pflanzenart, z. B. Lavandula angustifolia
  • ev. biologischer Anbau, d. h. im Umkreis von ca. 50 km werden keine Pestizide versprüht
  • Sammlung von Pflanzenmaterial und Verarbeitung nach anerkannten Kriterien, z. B. sollen Rosenblütenblätter noch am selben Vormittag zur Destille gebracht werden
  • Beachtung der ISO-Regel 9235
  • gleichbleibende Destillationsdauer
  • Aufbewahrung (dunkle Flaschen, Sauerstoffausschluss, Temperatur wie im "Rotweinkeller")

 

ISO-Regel 9235: Ätherische Öle werden nach der ISO-Regel 9235 nur durch Wasserdampfdestillation (in ihren Modifikationen) oder durch Pressen der Schalen der Zitrusfrüchte gewonnen.

Können ätherische Öle verkeimen?

 

 

Ätherische Öle als natürliche Vielkomponentenmischungen werden von den Pflanzen unter anderem dafür gebildet und aus entsprechenden Zellen bzw. Gefäßen freigesetzt, um sich vor dem Befall durch Mikroorganismen zu schützen. Deshalb sind ätherische Öle von sich aus antimikrobiell wirksam und können - sofern unter anderem die richtigen Lagerungsbedingungen eingehalten werden - nicht verkeimen. Da ätherische Öle nachweislich nicht verkeimen, dürfen sie im Krankenhaus von Zimmer zu Zimmer mitgenommen werden.

 

Bei Essenzen, das sind Lösungen von ätherischen Ölen in Ethanol, ist dagegen Vorsicht geboten.

 

Hygiene-Richtlinien im Umgang mit Aromapflege- bzw. Aromatherapieprodukten (Koordination mit Hygiene-Leitstelle):

  • Hände desinfizieren
  • Flaschenöffnung bzw. Produkte nicht kontaminieren
  • Flaschen bzw. Behälter mit Ölen oder Hydrolaten und im Speziellen deren Öffnungen müssen sauber gehalten und bei Bedarf mit Alkohol desinfiziert werden
  • Fertigmischungen verbleiben auf dem Pflegewagen oder beim Patienten, nicht jedoch bei Kindern und desorientierten Patienten aus Gründen der Missbrauchsgefahr


Revision: 2007/10/23 - 07:21 - geschrieben von: Dr. Wolfgang Steflitsch © 2007 ÖGwA